So, auf allen Kanälen wird also nun über Sinn und Unsinn des Betreuungsgeldes diskutiert. Ich möchte mich über diese Diskussion gar nicht auslassen, das wird an vielen anderen Stellen schon zu genüge getan!
Ich möchte mich mal über etwas ganz anderes aufregen: Die CDU will das Betreuungsgeld nicht (jedenfalls nicht geschlossen), die FDP will das Betreuungsgeld nicht … wer will es? Die CSU. Eine, im Prinzip, Regionalpartei, die immer automatisch mit in den Bundestag kommt, wenn die CDU gewählt wird. Aber nicht auf Bundesebene gewählt wird, oder gewählt werden kann. Mit einem Vorsitzenden, der die Interessen eines Bundeslandes, ganz offen, über die Interessen der Bundesrepublik stellt.
Es ist dort also eine Partei mit in der Regierungskoalition, die eine regional begrenzte Menge an Bürgern vertritt, und das mit einer Vehemenz, die bei anderen Volkvertretern häufig fehlt. Das Betreuungsgeld ist, und das wird offen zugegeben, ein Zugeständnis an die CSU. (Natürlich auch eine willkommene Möglichkeit Eltern, die ab 2013 keinen Kitaplatz bekommen, ein kleines Trösterchen zukommen zu lassen.)
Man stelle sich die Koalitionsverhandlungen vor, die FDP noch ganz siegestrunken, Herr Westerwelle stimmt, getragen von seiner Freude darüber endlich mal mitregieren zu dürfen, erst mal quasi allem zu, Frau Schröder als Familienministerin sagt gar nichts, bzw. nichts sinnvolles (wen wundert’s) und die zähneknirschende Frau von der Leyen wird von der Chefin zurückgepfiffen, denn eine Sache darf man Horsti ja auch mal erlauben, bevor er droht so lange die Luft anzuhalten, bis er irgendwas durchsetzt! Ja, so ähnlich stelle ich mir die Koalitionsverhandlungen vor.
Wie gesagt, abgesehen davon, dass dieses Geld auf vielen Ebenen sinnlos ist (aber darüber kann man gerne diskutieren), das Durchdrücken dieser Maßnahme ist, meines Erachtens, einfach undemokratisch.
Angeblich wollen 60 Prozent der Eltern das Betreuungsgeld. Ich bin jedenfalls nicht gefragt worden.